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Auf der Suche nach dem Lieblingsberg Veröffentlicht am 07.05.2017

Ich liebe das Wandern.

Ich liebe die Berge.

Am liebsten hüpfe ich von Tal zu Tal.

Als Gipfelstürmer würde ich mich eigentlich nicht bezeichnen.

Und jetzt fragt “Wanderwütig” doch glatt nach meinem Lieblingsberg.

Lieblingsberg – wo mit der Suche anfangen?

Deinen einen Lieblingsberg habe ich nicht.

Wirklich nicht.

Mir fallen verschiedene Gipfel ein, mit denen ich schöne Erlebnisse oder auch einmal einen kleinen Misserfolg verbinde.

Ich denke an

– den heimatlichen Hörselberg (484m), der ganz nahe an meiner Heimatstadt Eisenach liegt und den ich in meiner Jugend oft erklommen habe,

– der nur ein Stück weiter entfernte Grosse Inselsberg (916m), der höchste Thüringer, der am Rennsteig liegt,

– die erste Gletschertour auf die Ötztaler Wildspitze (3.770m),

– der höchste Österreicher, der Grossglockner (3798m), den ich zusammen mit meiner Schwester bezwungen habe,

– der höchste Berg der Dolomiten, die Marmolada di Penia (3343m), auf der ich zusammen mit einer Gruppe Skatspiel-Verrückter stand – nach dem Gipfelsturm wurde gleich wieder Skat gespielt,

– den Pizzo Ruscada (2004m), der seit ein paar Jahren traditionell der erste Gipfel ist, den ich in jeder Wandersaison unter meine Füsse nehme,

– an die Silberen (2.314m), die ich zweimal vergeblich versucht habe und wo ich erst beim dritten Mal auf dem höchsten Punkt dieser eindrücklichen Karstlandschaft gestanden habe,

– an den Wildstrubel (3.243m), den höchsten Gipfel, auf dem ich mit Schneeschuhen gestanden habe,

– meinen ersten (und bisher einzigen) 4000er in den Alpen, das Breithorn (4.164m),

– an meine beiden Afrikaner, den Mount Kenya (Point Lenana, 4.985m) und den Mount Kilimanjaro (5.985m),

– den für mich schönsten Berg, das Matterhorn (4.478m) – wenn ein Berg sexy ist, dann das “Horu”,

– an den Cotopaxi (5.897m) in Ecuador, den ich aufgrund einer hartnäckigen Magen-Darm-Grippe gar nicht in Angriff nehmen konnte und

– an meinen costa-ricanischen Vulkan Cerro Chato (1140m), der das Ende einer nicht enden wollender Matschwanderung war.

Diese Liste könnte wahrscheinlich noch um einiges länger werden.

Allerdings hat die Anzahl meiner Gipfelstürme in den letzten Jahren stark nachgelassen. Für mich ist immer mehr der Weg das Ziel geworden. Ich kann die Faszination, auf Gipfel zu steigen, dennoch nachvollziehen. Ich weiss, dass das schön ist. Noch schöner ist es für mich geworden, unterwegs zu sein.

Welcher Gipfel ist denn nun mein Lieblingsberg?

Vielleicht muss ich keine für immer gültige Antwort finden. Sondern nur eine, die gerade jetzt gilt. Für die Phase meines Wanderer-Daseins, in der ich mich gerade befinde.

Und da werde ich fündig auf der Suche nach dem Lieblingsgipfel. Es sind deren zwei. Brüder, wenn man so möchte.

Die Hausberge Luganos.

Der Monte San Salvatore (912m) und der Monte Boglia (1516m), die beide – direkt gegenüberliegend – die Bucht des Luganer Sees überragen. Steht man auf dem einen, sieht man den anderen. Und hat Lust, auch dort oben zu stehen.

Jedes Mal wieder.

Auf der Suche nach dem Lieblingsberg_zuFussunterwegs

Auf dem Gipfel des Monte San Salvatore mit Blick zum Monte Boglia (der kahle unscheinbare Gipfel)

zuFussunterwegs_Lieblingsberg Monte Boglia

Auf dem Gipfel des Monte Boglia mit Blick zu den 4000er der Westalpen

Warum?

Famose Aussicht mit Blick zu den 4000er der Westalpen.

 Extra lange Wandersaison aufgrund der südlichen Lage.

 Es gibt kulinarische Köstlichkeiten unterwegs.

 Charakteristische Bergdörfer unterwegs.

 See & Berg – eine nahezu unschlagbare Kombination.

 Auf beiden Gipfeln stand ich schon mit Familie und Freunden – das behält man lange und gerne in Erinnerung.

 Beide Gipfel stellen keine besonderen Herausforderungen an Kondition und Technik.

Es gilt dennoch, was für jeden Gipfel auf dieser Welt gilt: um ganz oben zu stehen, muss man erst einmal hochgehen. Und jeder Gipfel will erst einmal erklommen werden.

Auch wenn es der Lieblingsberg ist.

Welcher Gipfel ist dein Lieblingsberg? Warum?

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