Meine Ode an das Wandern – oder: Was ist Wandern für mich? Veröffentlicht am 07.02.2017
Hast du dir schon einmal die Frage gestellt, was dein liebstes Hobby, deine Passion oder deine Berufung eigentlich für dich sind?
Sehr wahrscheinlich macht es dir richtig Spass. Du machst es richtig gerne.
Aber warum?
Was genau ist es, warum du es dir Freude bereitet? Warum machst du es, nahezu ohne tiefer darüber nachzudenken, immer wieder?
Mein Hobby, meine Passion, meine Berufung ist das zu Fuss unterwegs Sein und dabei vor allem das Wandern.
Ich liebe das Wandern. Wandern ist also für mich …?
Als ich diese Frage, die Elke vom Wander- und Reiseblog “Fotografische Reisen und Wanderungen” gelesen habe, fühlte ich mich sofort berührt und auf eine meiner Lieblingswanderungen versetzt. Dann tummelten sich so viele Ideen und Worte in meinem kreativen Stübchen, dass ich regelrecht sprachlos war und die Gedanken erst sortieren musste.
So langsam nahm meine Antwort eine konkrete Form an und bekam Spruchreife.
Bevor ich dir meine Gedanken mitteile, frage ich dich:
Was ist Wandern für dich?
…
Bemerkst du, wie diese so einfach wirkende Frage eine Breite entwickelt und ein bisschen Nachdenken erfordert? Eine kurze Antwort erscheint schwierig – und wäre wohl für eine Wanderung unangemessen – und lässt viel Freiraum für deine Gedanken.
Nun möchte ich dich gar nicht länger hinhalten …
Meine Ode an das Wandern
Wandern ist für mich …?
… mit einem Rucksack auf dem Rücken Land und Leute kennenzulernen,
… das Gefühl, mit so einer einfachen Sache so zufrieden sein zu können,
… die Freiheit, über Ziel und Weg selbst bestimmen zu können,
… die Neugier, den vor mir liegenden Weg mit meinen Augen abzusuchen,
… innezuhalten, mich umzudrehen und über die Umgebung zu staunen,
… die Selbstsicherheit, meine Füsse auch auf unebenem Boden aufzusetzen,
… die Wonne, an der frischen Luft zu sein und Wind und Wetter zu spüren,
… das Glück, Langsamkeit zu geniessen,
… die Lust, querfeldein zu laufen oder einfach sorgenfrei einer Wegmarkierung zu folgen,
… ein Prozess, der mit der Planung der Wanderung beginnt und mit dem wieder-nach-Hause-kommen endet,
… auf Gipfeln zu stehen, von Tal zu Tal zu hüpfen, durch Wälder zu stromern, durch Dörfer zu laufen, Felder und Wiesen zu passieren,
… in jeder Jahreszeit Zauberhaftes zu entdecken,
… eine perfekte Gelegenheit, Ideen zu haben und kreativ zu sein,
… die Chance, meine inneren Stimmungen mit jedem Schritt mehr herauszulassen,
… (manchmal) müde am Ziel anzukommen, die eigenen Beine zu spüren und trotzdem glücklich zu sein,
… das Erlebnis, Natur und Landschaft zu fühlen,
Und auch das ist Wandern für mich …
… völlig fremden Menschen zu begegnen, sofort per du zu sein und ein gemeinsames Gesprächsthema zu haben,
… mich an kleinen unscheinbaren Blickfängen unterwegs zu erfreuen, seien es ein Vogel in den Bäumen, ein farbenfroh blühendes Blümchen, eine wundervolle Landschaft oder stimmige Lichtspiele,
… eine Form des Minimalismus – was braucht ein Wanderer schon unterwegs,
… so vielfältig wie die vielen Schritte, die unterwegs gemacht werden,
… das besondere Empfinden, mich sanft in der Natur zu bewegen,
… die Erhabenheit der Berge, der Bäume oder der Landschaft zu schätzen,
… ein Glücksfall, um das unmittelbare “neben-mir” und “um-mich-herum” bewusst wahrnehmen zu können,
… eine Philosophie und Lebenskunst,
… Glück, Freude, Ekstase, Rebellion, Wonne und Anstrengung gleichermassen,
… auf neuen Wegen unbekannte Gebiete zu erlaufen,
… Unerwartetes meistern,
… eine Bereicherung in meinem Leben,
… das Entzücken des Entdeckens,
… Glückseligkeit in der Natur,
… eine Fussreise,
… eine Form der Bodenständigkeit,
… eine Möglichkeit, sprichwörtlich mit jedem Schritt Abstand zu gewinnen und somit mit anderen Augen auf eine Sache schauen zu können,
… mein Kontrastprogramm zum beruflichen Alltag in einem Büro oder vor einem Computer,
… Selbstvergessen,
… auch hin und wieder ein Kampf gegen das eigene Kopfkino, wenn ein Anstieg zu steil oder der Start zu früh ist,
… mehr als Kniebundhosen und dicke rote Wandersocken,
… eine Frage der Mentalität,
… eine Mischung aus der Monotonie des Schritt für Schritt und der Vielfalt der wundervollen Beobachtungen unterwegs,
… ein Ausstieg auf Zeit,
… das Gefühl der Verbundenheit mit der Natur – und mir selbst,
… eine ideale Möglichkeit, meine Sinne zu schärfen,
… aktive Erholung,
… die Freude auf eine heisse Dusche oder ein warmes Bad und ein leckeres Essen danach
… und darüberhinaus ein Sammelsurium meiner 40 unschlagbar guten Gründe, zu Fuss unterwegs zu sein.
Wandern ist für mich … ? Welch’ schöne Frage das doch ist!
Eine Frage, deren Tiefe mit jedem weiteren Schritt wächst. Eine Frage, die das Wunderbare am Wandern mit all seinen Facetten zum Tragen bringt.
Wandern ist für mich auch:
Das Glück, dieser Fragestellung begegnet zu sein, meine kreativen Gedanken wie in einem weiten Feld Schritt für Schritt gespürt und eingesammelt und nun in diesem Beitrag aufgeschrieben zu haben.
#MakeHikingGreatAgain #WandernFirst
Was ist Wandern für dich? Warum liebst du dein Hobby so?
“Denn wenn man sich anders als auf seinen eigenen Füßen vorwärts bewegt, so geht das viel zu schnell, und man versäumt tausend kleine zarte Freuden, die am Wegrand warten.” (Elizabeth von Arnim, britische Schriftstellerin, 1866 – 1941)
Beitragsbild: Unsplash
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