Kleine Ideen mit grosser Wirkung Veröffentlicht am 10.01.2017
“Ideen sind unendliche, selbständige, immer in sich bewegliche, göttliche Gedanken.” (Friedrich von Schlegel, 1772 – 1829, deutscher Kulturphilosoph und Schriftsteller)
Als ich von Jan Höpker die Einladung zur Blogparade “Eine kleine Idee mit grosser Wirkung” erhalten habe, habe ich mich doppelt gefreut.
Zum einen natürlich über Jans persönliche Einladung. Danke dafür, Jan!
Zum anderen über das passende Thema. “Eine kleine Idee mit grosser Wirkung” trifft genau die Stimmung und den Nerv von zuFussunterwegs und seine Vision.
Sind es nicht die kleinen kreativen Gedanken, die einem zuFüssler unterwegs wie von magischer Hand geführt, in den Sinn kommen, die eine grosse Auswirkung haben?
Ist nicht das Verlangen nach mehr Gelassenheit und Entschleunigung ein kleiner Wunsch mit grosser Bedeutung für den eigenen Alltag?
Ist nicht das Vorhaben, einfach mal in der Natur die Seele baumeln zu lassen, eine einfache Idee mit erholsamer grosser Auswirkung?
Ist nicht jeder Wunsch, einen Spaziergang oder eine Wanderung zu machen, eine kleine Idee mit grosser Wirkung?
Ja, genau so ist es!
Denn:
Jeder einzelne Schritt, der gegangen wird, entfaltet aus einer kleine Idee seine grosse Wirkung. Egal, ob es ein einzelner Schritt zu Fuss unterwegs ist oder ein einzelner Moment im Rad des Lebens.
Auch auf zuFussunterwegs trifft das zu!
Diese Ideen haben zuFussunterwegs entstehen lassen
zuFussunterwegs gibt es heute durch einige wenige wichtige kleine Ideen, ich nenne sie Schritte, die sich im Laufe der letzten Jahre zu einem grossen Ganzen zusammengefügt haben.
Mit seiner grossen und mich glücklich machenden Wirkung, die sich seit einigen Monaten Tag für Tag entfaltet.
Der erste Schritt wurde mir von meinen Eltern in der Kindheit mit auf den Weg gegeben, als sie mit uns regelmässig im heimischen Thüringer Wald wandern gegangen sind.
Der zweite Schritt war mein Entschluss im Jahre 2006, das Hamsterrad zu verlassen, um eine längere Reise zu unternehmen. Diese Idee kam mir nach der Lektüre eines Buches, nämlich “Der verheissungsvolle Weg” von Philippe Valéry. Sein Projekt, von Marseille bis nach Kaschgar zu gehen, liess in mir eine Faszination für solche Vorhaben entstehen. Von meiner kleinen Idee bis zur grossen Reise dauerte es dann aber noch eine Weile.
Der dritte Schritt war meine bewusste Entscheidung im Jahre 2007, in die Schweiz zu ziehen. Näher hin zu meinen geliebten Bergen, um mehr und öfter wandern zu gehen. Die nun regelmässige Gelegenheit, zu Fuss unterwegs zu sein, hat sicher einen entscheidenden Einfluss auf den Lauf der Dinge in meinem Leben. Das für mich nun häufiger spürbare Symbol des zu Fuss unterwegs Seins als natürlichste und langsamste Form der Fortbewegung im Vergleich zum stressigen und schnellen Alltag als Controller im Finanzbereich eröffnete mir einen anderen Gedankenhorizont.
Der vierte Schritt war meine eher spontane Idee im Jahre 2008, ein weiteres Mal zu studieren. Weniger spontan war die Auswahl des Studienfachs: Umweltmanagement! Die Liebe zur Natur, die ich schon seit Kindestagen in mir trug, wuchs durch meine Reisen, insbesondere der Besuch auf den Galapagos-Inseln, und durch die vielen Wanderungen in den Alpen immer weiter an. Bis der regelmässige Aufenthalt in der Natur zu einem Verlangen wurde, den ich nicht mehr unterdrücken wollte und konnte.
Der fünfte Schritt war meine fantastische Reise durch Polen, Russland und die Mongolei im Jahre 2011, die ich heute zu den prägendsten und wichtigsten Momenten meines Lebens zähle. Diese drei Monate haben mir die Augen geöffnet, dass man auch anders leben kann – und trotzdem glücklich ist.
Der sechste Schritt war der Besuch der DNX, einer Konferenz für ortsunabhängiges Arbeiten, im Oktober 2014. Nach dem Lesen eines Artikels auf Spiegel Online entschloss ich mich spontan, zu dieser Konferenz nach Berlin zu reisen. In den Tagen der Konferenz öffnete sich mir eine neue Arbeitswelt, von der ich kaum ahnte, dass es sie so gibt. Der Energie- und Motivationsschub dieser wenigen Tage hält noch heute an.
Der siebte und letzte Schritt war das Beenden meines Studiums in Umweltmanagement im Oktober 2015. Meine Abschlussarbeit durfte ich über den Schweizer Nationalpark schreiben, ein Herzensthema. Beim Erstellen der Arbeit führten mich meine Wege mit einigen Menschen aus einem komplett anderen Lebensumfeld zusammen. Bereits geprägt durch die Schritte eins bis sechs, hinterliessen diese Begegnungen eine starke Wirkung bei mir. Mit dem finalen “bestanden” unter dieser Arbeit kündigte ich meine Stelle als Controller und zuFussunterwegs war geboren.
zuFussunterwegs ist nicht nach nur einem Gedanken unter der Dusche entstanden. Auch nicht nach der Lektüre eines bestimmten Buches. Sondern nach verschiedenen kleinen Ideen, die mir im Laufe der Zeit kamen und die ich unabhängig voneinander umgesetzt habe.
Eine Reise von zehn Jahren liegt hinter mir, um diesen Artikel heute zu schreiben.
Gib den kleinen Ideen eine Chance – höre ihnen zu!
Das besondere an dieser meiner Reise war, dass diese Schritte nicht von Anfang an auf ein konkretes Ziel ausgerichtet waren.
Die eine kleine Idee mit der langfristig grössten Wirkung war sicherlich der Entschluss zur grossen Reise im Jahre 2006. Hätte ich diese Idee nicht gehabt, hätte ich diese Reise später nicht gemacht, wären mir die eindrücklichen und einprägsamen Momente am Baikalsee und mit den mongolischen Nomaden sowie die vielen anderen Erlebnisse unterwegs verwehrt geblieben.
Ich weiss nicht, ob es zuFussunterwegs heute geben würde, wenn es eine oder mehrere dieser Ideen, dieser Schritte, nicht gegeben hätte. Es ist müssig, darüber nachzudenken. Ich werde es nie wissen.
Was ich aber ganz sicher weiss, ist, dass ich keine dieser Ideen missen möchte. So verrückt sie auch geklungen mögen haben damals, als ich sie hatte. So einschneidend sie meinen Alltag verändert haben. So viel Wertvolles ich dafür aufgegeben habe, um anderes ebenso Wertvolles zu finden.
Jeder hat sicher schon die Frage “Warum möchtest du das machen?” gehört. Manchmal kann man das nicht gleich begründen oder sagen. Da bleibt als einzige Antwort: “Weil ich es für eine gute Idee halte” – und wahrscheinlich das Bauchgefühl diese gute Idee unterstützt. Das ging mir häufiger so in diesen letzten zehn Jahren.
Wichtig ist, auf diese kleinen Ideen und Gedanken zu hören, sie wahrzunehmen. Auch wenn du nicht weisst, wohin sie dich führen werden. Es braucht eine gehörige Portion eigene Intuition und den Mut, Dinge zu ändern und Entscheidungen zu treffen, um aus kleinen Ideen grosse Wirkungen werden zu lassen.
Das wünsche ich dir – und mir selbst weiterhin auch!
Die Moral von der Geschicht’?
Kleine verrückte Ideen zu haben ist so schlecht nicht!
Welcher kleinen Idee mit grosser Wirkung hast du zuletzt Beachtung geschenkt?
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