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4 einfache und glasklare Lektionen aus einem Monat 10.000-Schritte-Challenge Veröffentlicht am 01.11.2016

“Wer immer tut, was er schon kann, bleibt immer das, was er schon ist” (Henry Ford, 1863 – 1947, amerikanischer Industrieller)

 

31 Tage läuft sie schon, meine 90-Tage-10.000-Schritte-täglich-Challenge.

Es ist erst einmal – relativ – leicht, sich eine solche Herausforderung vorzunehmen. Aufgeschrieben ist es schnell. Manchmal leichtfertig schnell. Manchmal ist es auch eine Glückssache, sie überhaupt aufgeschrieben zu haben.

Diese ersten 31 Tage waren dafür ein sehr wirksamer und hilfreicher Gradmesser.

Für mich selbst, die Ernsthaftigkeit meines Vorhabens und die damit verbundenen Ziele.

Welche Ziele sind es, die ich mit dieser mir selbst gestellten Herausforderung verbinde?

# Ich möchte etwas Gutes für meine Gesundheit tun: 10.000 Schritte täglich sind dafür buchstäblich äusserst wirksame erste und einfache Schritte.

# Regelmässige, am besten tägliche, und ausreichende Bewegung schafft Raum und Zeit zur Erholung für Körper und Geist.

# Selbstdisziplin ist eine stetige Herausforderung. Und eine solche Herausforderung ist eine perfekte Übung in Sachen Selbstdisziplin. Nur durch das Setzen klarer Ziele in einem bestimmten Zeitrahmen lassen sich besondere Herausforderungen wie diese meistern.

# Können täglich 10.000 Schritte dauerhaft in meinen Alltag integriert werden?

# Ich möchte eher ungeliebte Gewohnheiten, wie zu lange vor Computer oder Smartphone zu sitzen, langfristig durch Sinnvolleres ersetzen. Draussen sein, sich in der Natur aufhalten oder ein Spaziergang schaffen Raum für Kreativität, Erholung und mehr Gelassenheit.

Ein Drittel der gesetzten Dauer der Challenge ist vorbei, zwei weitere Drittel warten noch auf eine erfolgreiche Umsetzung.

Wie lautet mein Fazit nach 31 Tagen?

Fazit 1: Es war nicht ganz einfach, aber beeindruckend!

Beeindruckend interessant. Beeindruckend herausfordernd. Beeindruckend anders. Beeindruckend schön.

Kategorie einfach

Es gab Tage, da liefen sich diese 10.000 Schritte fast wie von allein. Das waren natürlich die richtigen Wandertage, bei denen ich zum Teil mehrstündige Wanderungen unternommen habe. Es waren auch Tage dabei, wo ich so viel unterwegs war, zum Beispiel durch Besorgungen erledigen, einkaufen, Haushalt, Freunde in der Stadt treffen, dass ich gar nicht darauf achten musste, wieviele Schritte ich schon gemacht habe – die 10.000 Schritte am Ende des Tages waren einfach da. 13 von 30 Tagen fallen unter diese Rubrik.

Kategorie interessant

Es gab Tage, da waren 10.000 Schritte täglich schon eine kleine Mühe. Meist am Anfang der Challenge. Tage, an denen ich mehrheitlich am Schreibtisch gearbeitet habe und kaum Erledigungen ausser Haus hatte. Tage, an denen das nasskalte Wetter lieber einen Couchpotato als einen zuFüssler aus mir gemacht hätte. Tage, wo eine gewisse Bequemlichkeit Einzug gehalten hatte. Nachdem ich mir an solchen Tagen den notwendigen Ruck gegeben habe (siehe Fazit 2), habe ich meine restlichen Schritte bis zum Tagesziel richtig geniessen können. Es hat sogar Spass gemacht, am Abend noch einmal die Wohnung zu verlassen und auf bisher unbekannten Wegen durch mein Wohngebiet zu stromern. Ein solcher Spaziergang kurz vor dem ins Bett gehen, liess mich richtig seelig schlummern. Ich bin mit mir selbst Gassi gegangen. 11 Tage lang.

Kategorie herausfordernd und anders

Es gab Tage, da wurden die 10.000 Schritte zur harten und richtigen Arbeit. Ich hatte keine Lust, war zu faul, das kalte Regenwetter liess mich schon beim Gedanken frösteln, noch einmal nach draussen zu müssen. Eine gute Ausrede nach der anderen fiel mir ein, warum ich nicht mehr Schritte machen müsse. An diesen beeindruckend schweren Tagen (5 Mal) brauchte ich die Lektionen aus Fazit 2 und 3, um mich aufzurappeln. Irgendwie gelang es mir, irgendwie fand ich es danach auch wieder schön. Beeindruckend, wie anders man etwas betrachtet, nachdem man seine Meinung geändert hat und es durchgezogen hat!

Kategorie Ausnahme 

Es gab zwei Tage in dieser Zeit, wo ich durch lange Reisetage so viel sitzen musste und erst so spät angekommen bin, dass ich es tatsächlich nicht mehr geschafft habe, auf 10.000 Schritte zu kommen. Aus Zeitgründen und auch aus Kraftgründen. An beiden Tagen war ich bereits bei rund 8.000 Schritte angekommen, mehr war schlicht nicht möglich. OK, ich hätte vielleicht noch früher aufstehen können …

4 glasklare Lektionen aus einem Monat 10.000 Schritte Challenge

Fazit 2: Glaube nicht alles, was du denkst!

Ich wiederhole: Glaube nicht alles, was Du denkst!

Warum?

Unser Kopfkino ist ein perfekter Meister darin, uns andere Wahrheiten vorgaukeln zu wollen. Wahrheiten, die meist bequem für uns sind und keine Mühen kosten. Wahrheiten also, die uns im Status Quo verharren lassen.

Mein Kopfkino hat sich während dieser 31 Tage mehrmals zu Wort gemeldet.

Meldungen wie diese: Das Wetter ist zu nasskalt, du holst dir noch eine Grippe. Du darfst das nicht alles so eng sehen, mal ein oder zwei Tage keine 10.000 Schritte machen auch nichts. Niemand wird dich bestrafen, wenn du es nicht hundertprozentig durchziehst. Heute nicht, eigentlich bist du zu müde. Und so weiter.

Stop!

Kopfkino ausschalten, Unterbewusstsein austricksen, mit Absicht anders an die Sache herangehen, sich die gesetzten Ziele wieder klar vor Augen führen und sich sagen: Yes, I can. Ja, ich kann und ich will!

Fazit 3: Mach ein Vorhaben publik und steigere so die Verbindlichkeit!

Es hilft ungemein, eine Herausforderung, die man sich setzt, mit anderen zu teilen. Also nicht nur im eigenen stillen Kämmerlein sich insgeheim vornehmen, sondern aufschreiben. Im ersten Schritt für sich selbst, denn schon das Aufschreiben erhöht die Verbindlichkeit des Vorhabens. Einen Zettel, den aber sonst keiner sieht, kann man doch wieder entfernen.

Daher: erzähle anderen von deinem Ziel und deiner Challenge! Zum Beispiel deiner Familie, im Freundeskreis, guten Arbeitskollegen, auf einem Blog oder in einer Social-Media-Gruppe.

Der Vorteil? Es wird mindestens eine Person geben, die dann immer nachfragt, wie es läuft, ob du durchhältst. Das spornt an.

Ein weiterer Vorteil? Diese offizielle Verbindlichkeit ist ein nahezu unschlagbares Argument, um das Kopfkino ruhig zu stellen und auszuschalten. Wenn alle Diskussionen mit sich nichts mehr helfen, ziehe mit diesem Argument – andere wissen doch auch darüber Bescheid – ins Feld und du wirst gewinnen!

Fazit 4: 10.000 Schritte täglich fördern Digital Detox!

Während ich so meine Schritte machte, meist die, die noch bis zu den gewollten 10.000 fehlten, liess ich das Smartphone bewusst zu Hause.

Und genoss die Ruhe. Tauchte ein in meine unmittelbare Umgebung. Erlebte die Zeit mit mir selbst bewusst und entspannt zugleich. Holte mir noch eine Dosis Sauerstoff, um danach entweder wieder kreativ zu sein oder fest schlafen zu können. Wie wunderbar langsam die Zeit doch vergehen kann, wenn man nicht ständig online ist!

Weitermachen?

Aber ja doch!

Etwas im Alltag anders zu machen, fällt anfangs schwer. Manchmal ist es Arbeit. Andere Routinen zu etablieren, bringt dich ausserdem schwupps raus aus deiner bisherigen Komfortzone.

Doch nach einer gewissen Zeit bemerkst du, wie sich diese Komfortzone ändert, verschiebt, vergrössert. Das allein ist es wert, sich selbst immer wieder herauszufordern.

Am Ende dieser ersten 31 Tage, ist es mittlerweile Freude, jeden Tag so viel zu gehen, zu laufen, zu spazieren, zu wandern, Scnritte zu machen, bis mindestens die magische 10.000 erreicht ist.

Es ist zu einer lieben Gewohnheit geworden. Eine Auszeit am Tag, bei der ich es auch geniesse, ohne Smartphone unterwegs zu sein, mich zu unterhalten, das Unmittelbare um mich herum zu beobachten oder einfach nur zu gehen … und den Gedanken freien Lauf zu lassen. Und manchmal auch nichts zu denken. Das geht!

10.000 Schritte täglich gehen auch.

 

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