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Wie ich zuFüssler wurde Veröffentlicht am 23.10.2016

Laozi, einer dieser weissen chinesischen Philosphen aus sehr viel früheren Zeiten, deren Gedanken noch heute Bestand haben, sagte einst:

“Auch der längste Marsch beginnt mit dem ersten Schritt.” Oder, in originalgetreuer Übersetzung, die unserem Sprachempfinden teilweise etwas fremd geworden ist:

“Eine Reise von tausend Meilen beginnt unter Deinem Fuss.” (Laozi)

Heute bin ich zu Fuss unterwegs. Privat und beruflich. Ich bin zuFüssler.

Ich überlege, wann diese meine Reise von tausend Meilen eigentlich begonnen hat? Als zuFüssler denke ich über meinen ersten Schritt nach. Ein schönes Wortspiel, eine feine Nuance.

Weit muss ich dafür in der Zeit zurückgehen. Auch das ein Wortspiel. Bis in meine frühe Kindheit kehre ich gedanklich zurück. Damals sind wir oft im heimischen Thüringer Wald spazieren und wandern gegangen. Oder haben gemeinsam Pilze gesucht, eine Leidenschaft, die bis heute anhält. Wahrscheinlich wurde mir die Liebe zum Wald damals bereits mit auf den Weg gegeben.

Heute bin ich meinen Eltern dafür sehr dankbar, haben sie damit doch den Grundstein gelegt für die Liebe zur Natur und meine grosse Leidenschaft, zu wandern und gerne und viel zu Fuss unterwegs zu sein.

Ich liebe es zu Fuss unterwegs zu sein und wurde deshalb zuFüssler

 

“Jede Landschaft hat ihre eigene besondere Seele, wie ein Mensch, dem Du gegenüberstehst.” (Christian Morgenstern)

Später kam die Liebe zu den Bergen dazu. Weniger mit dem Ziel, Gipfel zu erstürmen, sondern eher die Vielfalt der Landschaft, der Natur und der Bergtäler zu erwandern und zu geniessen. Pässe überwinden, hier herauf und dort wieder hinunter, durch kleine Dörfer, zu gemütlichen Berghütten, Gleichgesinnte treffen und mit ihnen zusammen weiterwandern.

Diese Faszination für die Alpen war es auch, die für eine grosse Veränderung sorgte – einen entscheidenden Schritt auf meiner langen Reise – und mich in die Schweiz übersiedeln liess. Zwei oder drei Wochen Bergwandern im Sommerurlaub reichten mir nicht mehr aus, um meine Passion richtig ausleben zu können. Ich wollte näher an meinen Bergen sein. Ich wurde Tourenleiter Bergwandern im Schweizer Alpen Club und nutzte die Nähe zu den Bergen sooft wie möglich aus.

Wie ich zuFüssler wurde und auf einem manchmal steinigen Weg zu Fuss unterwegs bin

Eine innere Unruhe aber blieb.

Nach einigen weiteren Jahren im Berufsleben als Angestellte im Financial Controlling bemerkte ich, dass mich der immer gleiche Rhythmus der Arbeitstage müde machte und auslaugte. Meine Arbeit fesselte mich nicht mehr. Das tägliche Sitzen im Büro, bei künstlichem Licht, die langweiliger werdenden Routinen sowie häufig ein sehnsüchtiger Blick nach draussen liessen mich mehr und mehr nur noch auf das Wochenende warten. Die Freude an der Arbeit war dahin, nur noch meine Professionalität und mein Anspruch liessen mich meine Arbeit weiterhin so machen, wie man das erwarten darf.

Die Wochenenden wurden zur Flucht aus einem Alltag ohne Abwechslung hinein in die erholsame Stille und Kraft der Natur. Immer mit dem Ziel, nach einer Woche im Sitzen mich endlich wieder ausreichend bewegen zu können. So ging das, Woche für Woche, Jahr für Jahr.

Die Zeit raste und meine Lebenszeit gleich mit.

Dazu kam, dass mein Herzblut danach verlangte, etwas Eigenes zu machen. Etwas, dass ich für mich als sinnvoller erachtete. Etwas, dass auf meiner Liebe zur Natur, zu unserer Umwelt und zum Wandern gerecht wurde.

Ich spürte, nein, ich wusste, dass es nicht so weitergehen darf. Immerhin lagen noch zwei Drittel meines Berufslebens vor mir!

Vom ersten bewusst werden, dass etwas passieren muss bis zum tatsächlichen Ändern dauerte es aber dann doch noch eine ganze Weile. Erst nach einer längeren prägenden Reise durch Russland und die Mongolei und dem Abschluss meines Zweitstudiums in Umweltmanagement fand ich den Mut und die Entschlusskraft, den notwendigen Neuanfang zu wagen!

Endlich!?

“Die reinste Form des Wahnsinns ist es, alles beim Alten zu belassen und zu hoffen, dass sich etwas ändert.” (Albert Einstein)

Ich nahm mein Leben in die eigenen Hände, kündigte, gab mein bis dato durchaus erfolgreiches Berufsleben auf und gründete zuFussunterwegs. Das war Anfang 2016.

Etwas mehr als ein halbes Jahr später bin ich glücklich. Zufrieden. Enthusiastisch.

In eine neue Welt eingetaucht, in der ich

 viel Neues gelernt habe und mich persönlich weiterentwickelt habe,

 andere, interessante und inspirierende Menschen getroffen habe,

 selbstbestimmt und ortsunabhängig arbeiten kann,

 arbeite, um einen eigenen und spürbaren Fussabdruck in meinem Leben zu hinterlassen,

 viel häufiger und intensiver zu Fuss unterwegs bin und wandern kann, weil ich meine Arbeitszeit frei einteile.

Eine Welt mit meinem Unternehmen, die ich nicht mehr missen möchte. Weil sie mich ausfüllt, mich gelassener hat werden lassen und weil ich den Spass zu arbeiten wiedergefunden habe.

Bald erscheint mein erstes eBook “Tälerhüpfen im Tessin”, an welchem ich vorrangig seither gearbeitet habe. Durch die abwechslungsreichen Tage mit so vielen neuen und unterschiedlichen Arbeitsfeldern und die viele Zeit draussen in der Natur habe ich meine Kreativität wiedergefunden. Neue Ideen wollen angegangen werden, neue Projekte sollen bald umgesetzt werden.

Damit noch mehr Menschen zuFüssler werden, die Langsamkeit mit mir zusammen wiederentdecken und ein besonderes Lebensgefühl kennenlernen!

Wie ich zuFüssler wurde und auch beruflich zu Fuss unterwegs bin

Der Takt und Inhalt meines Lebens ist ein anderer geworden, langsamer, intensiver, aber auch bewusster und nachhaltiger. Entschleunigt. Ich bin zu Fuss unterwegs, tatsächlich und im übertragenen Sinne, wieder ein Wortspiel. Zu Fuss unterwegs zu sein bietet viele Vorteile, vor allem aber die Möglichkeit, über den eigenen Weg selbst zu entscheiden.


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“In 20 Jahren wirst Du mehr enttäuscht sein über die Dinge, die Du nicht getan hast, als über die, die Du getan hast. Also löse die Leinen und segle fort aus dem sicheren Hafen. Fange den Wind in Deinen Segeln. Forsche. Träume. Entdecke.” (Mark Twain)

Was habe ich gelernt auf diesem meinem Weg als zuFüssler?

Am wichtigsten erscheinen mir die folgenden Eigenschaften auf einem Weg, der auch steinig sein kann!

Habe den Mut …

den Status Quo in deinem Leben in Frage zu stellen! Bist du nur zufrieden oder auch glücklich und ausgefüllt, mit dem was du gerade tust?

Entscheidungen zu fällen, um dein Leben in die eigene Hand zu nehmen und deinen eigenen Weg zu gehen! Auch wenn dieser Weg bei Familie und Freunden Fragen aufwirft oder nur von wenigen anderen Menschen begangen wird.

einen komplett anderen Weg einzuschlagen, auch wenn er in die entgegengesetzte Richtung führt! In einen bisher unbekannten Bereich eintauchen, viel Neues lernen, dich selbst herausfordern – langfristig wird es dir viele Türen öffnen und Erfahrungen ermöglichen, von denen du gar nicht wusstest, dass es sie gibt.

auch dann Veränderungen herbeizuführen, wenn du glaubst, es sei nicht die richtige Zeit dafür! Es ist im Leben nie zu spät, auch wenn du glaubst, bereits zu alt zu sein. Ein besserer Moment kommt nicht, denn es ist es oft nur Angst vor Unbekanntem, die dich zurückhält.

auch mal einen Umweg zu nehmen, auch wenn es nicht der schnellste oder direkteste Weg ist! Gehe auch mal zu Fuss, auch wenn es länger dauert.

Denn, wer weiss schon, wohin dieser Weg und deine Schritte dich führen werden?

Ich bin heute zuFüssler. Ein selbständig arbeitender zuFüssler.

Weil ich den Mut hatte, mein Leben zu hinterfragen und Entscheidungen zu fällen, die mir nicht leicht fielen. Weil ich Lust spürte und Vertrauen in mich hatte, um einen anderen Weg einzuschlagen.

Und du?

Bist du auch mutig? Machst du mit?

Trau dich!

 

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Dieser Beitrag hat am ERGO Blogaward #DeinWeg 2016 teilgenommen! 

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