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Hüttenknigge: Alles, was du für einen gelungenen Aufenthalt auf einer Berghütte wissen musst Veröffentlicht am 16.08.2016

“Viel Wandern macht bewandert.” (Peter Sirius)

Wozu braucht es einen Hüttenknigge? Im heutigen Artikel sage ich dir, warum und wofür und wie dir der Knigge für Berghütten das Leben einfacher machen kann!

Du hast deine Wanderung richtig und ausführlich geplant.

Deine Wanderung hat Spass gemacht und war anstrengend. Vielleicht bist du auch ein bisschen kaputt.

Du hast die beeindruckende Natur unterwegs genossen. Die imposante Bergwelt hat dich während Stunden auf deiner Wanderung begleitet.

Jetzt freust du dich auf dein Tagesziel: eine bewirtschaftete Berghütte.

Und das ist der Moment, wo du dich fragst: Was muss ich beachten? Gibt es Regeln? Wie finde ich mich zurecht?

Du kommst an. Du möchtest dich erholen. Das Hier und Jetzt geniessen. Vielleicht auch ein Stück frisch gebackenen Kuchen essen. Oder einfach nur eine leckere Limonade trinken.

Und hier auch schlafen. Übernachten.

Die Übernachtungen in einer Hütte sind ein intensives Erlebnis für sich. Sie gelten als einer der Höhepunkte jeder Bergwanderung in den Alpen. Und natürlich auch in anderen Bergregionen.

Für mich ist der Aufenthalt in einer Berghütte immer etwas Besonderes. Etwas, das zu einer Wanderung in den Bergen dazugehört. Etwas, auf das ich mich jedes Mal wieder von Neuem freue.

Das Hüttenleben bringt aber auch Herausforderungen mit sich.

Viele Menschen, die sich meist nicht kennen und einige körperliche Anstrengung hinter sich haben, treffen auf engstem Raum zusammen. Das bedeutet, jeder muss sich etwas einschränken und gleichzeitig auf andere Bergsportler einstellen.

Es braucht Geduld, Einfühlungsvermögen, eine gute Portion Humor und am besten gute Laune. Auch wenn man selbst kaputt ist. Auch wenn das Wetter vielleicht eher garstig war.

Eine Berghütte ist kein All-inclusive-Rundum-Sorglospaket.

So unkompliziert das Hüttenleben ist, so schnell verständlich die Abläufe für jedermann ausgelegt sind, so wichtig ist es dennoch, dass jeder Gast seinen Teil zum Gelingen beiträgt.

Damit es allen gefällt und Spass macht, braucht es einen kleinen Leitfaden.

Einen Hüttenknigge.

Hüttenknigge: 7 einfach zu befolgende Punkte für Organisation und Aufenthalt

#1 Reservieren und, wenn nötig, rechtzeitig absagen

Melde dich rechtzeitig an und reserviere dein Bett. Die Kontaktdaten findest du auf der Homepage der Hütte oder in einem Hüttenführer der Region.

Bist du Vegetarier, dann erwähne das gleich mit.

Wenn deine Wanderung aus irgendwelchen Gründen nicht stattfinden kann, vergiss nicht, rechtzeitig vorher wieder abzusagen. So kann dein Platz wieder neu vergeben werden.

#2 Wanderschuhe am Eingang der Hütte ausziehen

Das hilft, die Hütte sauber zu halten und das Inventar zu schützen. Gleichermassen gilt es, die technische Ausrüstung wie zum Beispiel Wanderstöcke, Steigeisen und Eispickel im dafür vorgesehenen Raum zu belassen.

In der Hütte kannst du deine eigenen mitgebrachten Hüttenschuhe anziehen oder du nimmst die Hüttenfinken, die es vor Ort gibt (vorher nachfragen!).

#3 Schlafen nur mit Hüttenschlafsack

Es ist obligatorisch, einen Hüttenschlafsack mitzubringen. Das kann ein normaler Seidenschlafsack sein, den du vielleicht auch auf deinen Reisen nutzt, oder auch ein etwas schwererer Leinenschlafsack.

#4 Dein Eintrag ins Hüttenbuch

Wichtig und obligarisch ist die Angabe der eigenen Wanderroute im Hüttenbuch: wohin willst du am nächsten Tag? Manchmal auch: von wo kommst du?

Das ist wichtig, falls einem Wanderer etwas passiert. So kann man schneller das Suchgebiet eingrenzen.

Die Einträge im Hüttenbuch haben auch statistischen Wert und helfen, die Besucherzahlen zu analysieren.

#5 In den Hütten herrscht Rauchverbot!

#6 Hüttenruhe einhalten

Um 22 Uhr ist Hüttenruhe. Die braucht es nicht nur für die Gäste, sondern auch für die Hüttenwarte. Die Nachtruhe ist heilig!

Sich daran zu halten, lässt alle Beteiligten entspannen und ausreichend erholen.

#7 Eigene Abfälle bitte wieder mit nach Hause nehmen

Viele Hütten können nur per Hubschrauber oder gar zu Fuss versorgt werden. Dabei zählt jedes Kilogramm, was man nicht transportieren (lassen) muss.


Der Hüttenknigge: die Tipps, die eingefleischten Wanderern ganz wichtig sind.
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Das war der offizielle Hüttenknigge. So etwas wie die Regeln, die vielleicht sogar in der Hütte aushängen. Das Gesetz des Hüttenlebens.

Demgegenüber stehen die ungeschriebenen Gesetze, die man nirgendwo schriftlich findet. Auf die aber gerade eingefleischte Bergsportler im Miteinander sehr achten.

Und diese Tipps kommen jetzt – und sie sind nicht minder wichtig!

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Hüttenknigge: 7 spezielle Hinweise aus eigener jahrelanger Hüttenerfahrung

  • Ab einer Höhe von 1500 Meter über dem Meeresspiegel ist man per “Du” – und kann auf das oft umständliche Herantasten verzichten. So habe ich das Anfang der 1990er Jahre gelernt und immer beibehalten.

 

  • Wer ein Bett am Fenster reserviert, sollte auch gerne bei geöffnetem Fenster schlafen. Oder diese Plätze anderen überlassen. Es ist sehr unangenehm, mitten in der Nacht in muffiger Luft aufzuwachen, weil das Fenster geschlossen bleiben sollte.

 

  • Wer am nächsten Morgen ganz früh aufbrechen muss, der möge bitte am Vorabend packen. Rascheln und ausgiebiges lautes Rucksack packen, wenn andere noch schlafen, kann schon einmal zu wütenden Protesten führen und ist schlicht uncharmant.

 

  • Generell gilt: wenn andere schon oder noch schlafen, bleibt das Licht nur kurz an. Den Rest macht die eigene Taschen- oder Stirnlampe.

 

  • Apropos Stirnlampe: bitte diese nicht direkt ins Gesicht eines Schlafenden halten. Das ist denkbar unangenehm. Wirklich. Wer möchte schon derartig unsanft geweckt werden?

 

  • Eine helfende Hand ist immer willkommen. Nach dem Essen das Geschirr abräumen oder den Tisch säubern, sorgt für ein Lächeln im Gesicht des Hüttenwirts.

 

  • Ohropax oder Ohrstöpsel mitnehmen. Glaub mir, im Massenlager oder Mehrbettzimmer einer Berghütte gibt es ständig Geräusche. Schnarcher, Toilettengänger, Räusperer, Rumwälzer und viele mehr. Schön fest schlafen zu können, gehört zur wichtigen Erholung nach einer Wanderung dazu – und zum Genuss!

 

  • Ehrlichkeit währt am längsten. In vielen Hütten schreibt der Gast noch immer selbständig auf, was er konsumiert hat. Und zahlt dann am Ende. Umso länger dieses unkomplizierte Prinzip funktionieren kann, umso weniger Stress haben alle Beteiligten. Daher: bitte nicht schummeln!

 

Wenn du dich an diese Ratschläge aus dem Hüttenknigge hältst, garantiere ich dir ein unvergessliches und harmonisches Hüttenerlebnis!

Und soll ich dir noch etwas sagen?

An gemütlichen Abenden in einer Berghütte, nach einem guten Essen, habe ich einige der interessantesten Gespräche und Diskussionen über eine riesige Bandbreite an Themen führen dürfen.

Ich habe ausserdem auf Berghütten schon neue Freunde getroffen und kennengelernt. Wanderer, zufällig auf derselben Tour oder Route unterwegs, mit denen man die restlichen Tage gemeinsam gewandert ist. Oder sich im nächsten Jahr wiedergetroffen hat. Manche dieser Wanderfreundschaften halten bis heute an, auch noch nach mehr als 15 Jahren.

Den Hüttenknigge und die dazugehörigen ungeschriebenen Gesetze zu kennen – und sich natürlich nach bestem Wissen und Gewissen daran zu halten – runden nicht nur das Bergerlebnis perfekt ab.

Sie prägen. Helfen, Freundschaften zu bilden.

Und lassen alle Beteiligten mit einem Lachen und einer schönen Erinnerung an einen wunderbaren Aufenthalt in einer Berghütte zurück.

Nach einer ebenso genussreichen Wanderung.

 

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